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Kartoffeln: Ganzjährige Lagerung und Vorteile des regionalen Anbaus

Wir liefern ganzjährig Biokartoffeln aus einheimischem Anbau an unseren langjährigen Kooperationspartner tegut…. Um die Lieferfähigkeit an 365 Tagen im Jahr garantieren zu können, ist die richtige Lagerung entscheidend. Auch auf unseren Äckern wachsen den Winter über keine frischen Kartoffeln, weshalb wir in der Vorperiode genug anbauen müssen, um den Winter zu überbrücken. Die Lagerung bis in den Juni hinein, bis es die ersten Frühkartoffeln aus der neuen Ernte gibt, stellt eine besondere Herausforderung dar.

 

Das Konzept, so wie wir es heute anwenden, gibt es bereits seit 2011. Hierbei sind einige Aspekte essentiell zu beachten, sodass die Knollen bis zum Saisonende stets geschmacklich und qualitativ überzeugen.


Sortenwahl

Eines unserer Erfolgsfaktoren beginnt schon vor dem Pflanzen: die Auswahl der richtigen Kartoffelsorten. Ein entscheidendes Kriterium ist eine gute Lagerfähigkeit der Kartoffel. Solche keimruhigen Sorten neigen weniger zum Auszutreiben von Keimen. Außerdem ist uns die Beständigkeit des Geschmacks auch nach längerer Lagerzeit wichtig.

Standortwahl

Die Keimruhe wird umso länger hinausgezögert, je geringer die Wärmesumme ist, die sie während ihrer Wachstumszeit auf dem Feld erfahren haben. Dies wird mit der fortschreitenden Klimaerwärmung leider immer schwieriger. Einen Vorteil haben wir jedoch hier in Mainfranken: unsere schweren, lehmig-tonigen Böden erwärmen sich im Frühjahr recht langsam und schwächen die Hitze der Sonne im Sommer etwas ab. Bei der Standortwahl unterscheiden wir zwischen Frühkartoffeln und Lagerkartoffeln. So sind leichtere Böden für den Frühkartoffelanbau besonders geeignet, wohingegen die schweren Lehmböden für den Anbau von Lagerkartoffeln gute Bedingungen hervorbringen.

Erntetechnik

Bei der Ernte müssen die Knollen schonend behandelt werden, um Beschädigungen möglichst zu vermeiden. Selbst kleinste Verletzungen der Schale werden bei einer längeren Lagerung sichtbar. Deshalb ist höchste Sorgfalt geboten, um die Lagerung der Kartoffeln möglich zu machen. 


Lagertechnik

 

Zur Lagerung werden ungefähr 1000 Kilogramm Kartoffeln in eine Großkiste aus Holz gefüllt. Diese Kisten können wir maximal schonend mit dem Gabelstabler einlagern, ohne die Knollen selbst noch einmal zu bewegen. Die Kartoffeln werden nach der Ernte im Herbst durch schrittweises Absenken der Temperatur auf konstant 4°C "eingeschläfert". Diesen Zustand der Kartoffel nennt man “Keimruhe”. Neben der konstant niedrigen Temperatur muss während der Lagerung eine hohe und gleichmäßige Luftfeuchtigkeit im Lagerraum gewährleistet sein, damit die Knolle fest bleibt und durch Verdunstung nicht gummiartig weich wird. Beides gelingt nur mit technisch aufwändigen gut isolierten Kühllagern.

Herausforderungen und Vorteile unseres Konzepts

Durch die besonderen Bedingungen ist die Lagerung der Kartoffeln sehr kostenintensiv, denn neben den hohen Investitionskosten für die Lagerhallen und Technik ist auch der hohe Energiebedarf für den Betrieb der Kälteanlagen und der Massenverlust bei der eingelagerten Ware zu berücksichtigen. Wir sind stolz darauf, das ganze Jahr über als Partner lieferfähig zu sein und gleichzeitig stabile Preise garantieren zu können. Durch unsere moderne Lagertechnik können wir ganzjährig unterfränkische Kartoffeln anbieten und auf Importware verzichten. Neben dem Geschmack, der im Vergleich zu Frühkartoffeln aus Israel oder Ägypten deutlich intensiver ist, spielt auch der Nachhaltigkeitsgedanke eine Rolle. Durch den regionalen Anbau legt unsere Kartoffel nur kurze Wege zwischen Anbau, Lagerung und Aufbereitung zurück, bis sie schlussendlich auf dem Teller unserer Kunden liegt.