Bundespreis Ökologischer Landbau 2017 geht an Remlinger Rüben

Internationale Grüne Woche in Berlin

26.01.2017

Ausgezeichnetes Erfolgsmodell in Main-Franken: Remlinger Rüben sind wichtiges Scharnier zwischen Bio-Landwirten und Bio-Lebensmittelhandel

Berlin/Remlingen 26.01.2017. Rundum-Service für Bio-Lieferanten und Lebensmittelhandel mit Qualität, Professionalität und Fairness: Hierfür wurden heute der Bioland-Betrieb Thomas Schwab und sein Erzeugerverbund Remlinger Rüben GmbH & Co. KG aus dem Landkreis Würzburg vom Bundeslandwirtschaftsministerium mit dem bundesweiten Förderpreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin statt.

Preisträger Thomas Schwab bereitet Bio-Gemüse von 20 Betrieben für den Lebensmittelhandel professionell auf

Preisträger Thomas Schwab betreibt in Mainfranken ein professionelles Lager-, Abpack- und Handelsunternehmen, die Remlinger Rüben GmbH & Co KG. Dort werden jährlich rund 4.500 Tonnen Bio-Kartoffeln, Bio-Möhren und Bio-Zwiebeln von 20 regionalen Bio-Landwirten gelagert, aufbereitet, abgepackt und vermarktet. Damit kann der Betrieb regionales Bio-Gemüse für den Lebensmittehandel in entsprechenden Mengen bündeln und in entsprechender Qualität zur Verfügung stellen. Ein Großteil der Ware geht an die Supermarktkette tegut.

Frisches und regionales Bio-Gemüse ganzjährig in hoher Qualität auf dem Tisch

Aufgrund der guten technischen Lager- und Kühlmöglichkeiten können die Feldfrüchte über einen langen Zeitraum frisch gehalten werden - bis zur nächsten Saison. So ist regionale Bio-Ware das ganze Jahr über verfügbar. Auch im Mai und Juni können noch frische Bio-Kartoffeln aus der Region angeboten werden. Damit kommt Thomas Schwab mit seinem Betrieb der steigenden Verbrauchernachfrage nach regionalen Bio-Produkten nach.

Rundum-Service für Bio-Lieferanten und Lebensmittelhandel: Vorteile für alle Beteiligten

Schwab bietet seinen Bio-Kollegen den kompletten Service vom Bündeln, Sortieren, Lagern, Abpacken bis hin zur Vermarktung. Für die Lagerung und Aufbereitung ist geschultes Personal zuständig. Das sichert zusätzlich die hohen Qualitätsstandards der Produkte. Die hohe Qualität des Bio-Gemüses ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit in der Gemeinschaft. Alle Seiten profitieren von der Zusammenarbeit:

  1. Die Landwirte kooperieren beim Einsatz von Maschinen oder unterstützen sich bei fachlichen Fragen zum Anbau. Hierbei besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Fachberatung des Bioland Verbandes. Die Bio-Landwirte können sich auf den Anbau des Gemüses konzentrieren und haben eine Planungssicherheit für ihre Vermarktung.
  2. Die Remlinger Rüben stellen für den Lebensmitteleinzelhandel ganzjährig regionale Bio-Kartoffeln und Bio-Möhren und Bio-Zwiebeln in gleichbleibender Qualität in der gewünschten und erforderlichen Menge bereit. Damit erfüllen die Remlinger Rüben die hohen Handelsanforderungen an Qualität und Frische, Sicherheit und Zuverlässigkeit, Liefermengen und Verfügbarkeit.

Der Rundum-Service für Lieferanten und für den abnehmenden Handel ist ein Alleinstellungsmerkmal. Damit ist Thomas Schwab absoluter Vorreiter und schließt eine bestehende Lücke zum Vorteil aller Beteiligten. So kam dann auch die Förderpreis-Jury zu dem Urteil: Schwab sei Warenbeschaffer, Qualitätssicherer und „Geschmacksverantwortlicher“ zugleich.

Viele Bauern in der Region wirtschaften Bio – dank der Remlinger Rüben

Die Remlinger Rüben sind heute ein sehr wichtiger Marktpartner für Bio-Betriebe in der Region und spielen eine Schlüsselrolle bei der Vermarktung von regionalem Bio-Gemüse an den Handel. Wegen seines überzeugenden Vermarktungskonzepts mit langfristigen Abnahmegarantien und für seine Kompetenz und seine Fairness wird Thomas Schwab sehr geschätzt. Er kann damit konventionelle Betriebe überzeugen, in den Biolandbau einzusteigen. Mittlerweile wirtschaften überdurchschnittlich viele Betriebe in der Umgebung biologisch.

Anerkennung und Glückwunsch von Bioland

„Der Förderpreis Ökologischer Landbau für Thomas Schwab ist eine große und verdiente Anerkennung seiner herausragenden Leistungen, die er nicht nur für seinen Betrieb, sondern auch und vor allem für die Bio-Bauern in seiner Region erbringt“, so Bioland Landesvorsitzender Josef Wetzstein. Weiter sagt er: „Thomas Schwab ist ein wichtiges Scharnier zwischen Bio-Landwirten und Lebensmittelhandel und bringt die Interessen der Partner in der Bio-Wertschöpfungskette zusammen. Sein fairer Umgang mit Berufskollegen und Geschäftspartnern ist besonders vorbildhaft und fördert langfristige, tragfähige und vertrauensvolle Partnerschaften“, so Josef Wetzstein.

Bundespreis als Ansporn für die Weiterentwicklung

„Mein Team und ich freuen uns sehr über die besondere Anerkennung und große Auszeichnung. Der Bundespreis ist uns Bestätigung und Wertschätzung für unsere bisherige Arbeit. Er ist uns ein Ansporn, auf diesem eingeschlagenen Weg weiterzugehen und gemeinsam mit anderen voranzukommen“, sagte Thomas Schwab bei der Übergabe des Förderpreises Ökologischer Landbau.

Mehr Informationen

Presseanfragen für Dreh- und Interviewtermine: Kontakt Bioland-Hof Ines Herold-Schwab und Thomas Schwab.
Bei Rückfragen: Katja Gilbert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BIOLAND, Tel. 0821/34680-178, mobil 0151/10820398, E-Mail katja.gilbert@bioland.de.

 

Fotos

Das starke Team der Remlinger Rüben weiß, worauf es ankommt, Bio-Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln richtig zu lagern, so dass sie auch im späten Frühjahr noch richtig knackig frisch sind (Foto: Fritz Pankrath/Remlinger Rüben, Download)

Geschultes Personal in der Sortierung, Aufbereitung und im Lager sichert die Qualität der Bio-Karotten für den Endverbraucher (Foto: Fritz Pankrath/Remlinger Rüben, Download)

Im Lager der Remlingen Rüben bleiben die geernteten Bio-Karotten lange Zeit frisch (Foto: Fritz Pankrath/Remlinger Rüben, Download)

 

Portrait der Remlinger Rüben GmbH & Co. KG

Bioland-Betrieb als Ursprung der Remlinger Rüben

Thomas Schwab bewirtschaftet mit seiner Frau Ines Herold-Schwab seit 25 Jahren einen Bioland-Betrieb in Remlingen im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Sie erzeugen auf einer Fläche von inzwischen 90 Hektar hauptsächlich Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln nach den strengen Bioland-Richtlinien. Der Bioland-Betrieb von Ines und Thomas ist der Ursprung der Remlinger Rüben.

Professionelles Lager-, Abpack- und Handelsunternehmen

Thomas Schwab erkannte früh den Bedarf, Bio-Gemüse von Einzelbetrieben für den Lebensmitteleinzelhandel zu bündeln. Gemeinsam mit der Supermarktkette tegut entwickelte er die Vision einer bäuerlichen Liefergemeinschaft. Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb entstand 2002 die Remlinger Rüben GbR, später dann die Remlinger Rüben GmbH & Co. KG als regional orientiertes Lager-, Abpack- und Handelsunternehmen für Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren aus ökologischem Anbau.

Hierzu investierte Schwab in Lager, Maschinen, Aufbereitungsanlagen, Klima- und Kältemaschinen sowie Sortier- und Packanlagen. Thomas Schwab kümmert sich gemeinsam mit seinen geschulten Mitarbeitern professionell um die Lagerung, Aufbereitung, Verpackung und Vermarktung des Gemüses. Entscheidend für die hohe Qualität und Sicherheit der Bio-Kartoffeln, Bio-Möhren und Bio-Zwiebeln sind die sehr kurzen Transportwege vom Lager zur Packstation und die schnellen Entscheidungswege. Die Bio-Lieferbetriebe sind nach den Qualitätssystemen GlobalGAP Good Agricultural Practice und International Food Standard – IFS erfolgreich zertifiziert. Das alles sichert die hohen Qualitätsstandards.

Praktiker konzentrieren sich auf den Anbau

Rund 20 Bio-Betriebe erzeugen für die Remlinger Rüben jährlich rund 4.500 Tonnen Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln. Die hohe Qualität des angebauten Bio-Gemüses ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit in der Gemeinschaft. . Hierbei besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Fachberatung des Bioland Verbandes. Die Bio-Landwirte erhalten Planungssicherheit durch Abschluss jährlicher Lieferverträge. Die Landwirte können sich auf den Anbau der Karotten, Kartoffeln und Zwiebeln konzentrieren. Sie unterstützen sich gegenseitig bei fachlichen Fragen zum Anbau und kooperieren beim Einsatz von Maschinen. Die zentrale Bündelung und Aufbereitung der Ware erleichtert auch kleineren Betrieben den Einstieg ohne große Investitionen und gibt ihnen die Möglichkeit, durch Integration des Hackfruchtanbaus ihre Fruchtfolgen aufzulockern und ihre Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Die größere Zahl der Lieferbetriebe gleicht einzelbetriebliche Ertragsschwankungen aus und gewährleistet Liefersicherheit gegenüber dem Großabnehmer tegut.

Fruchtbare Kooperation zum qualitätsorientierten Lebensmittelhandel

In den vergangenen Jahren hat sich eine enge, äußerst fruchtbare Kooperation zwischen den regionalen Bio-Erzeugerbetrieben aus Mainfranken und den qualitätsorientierten Abnehmern, dem Handelsunternehmen tegut… (Fulda) entwickelt. 85 Prozent der Ware wird über die Supermarktkette tegut vermarktet. Der anspruchsvolle Lebensmittelhandel schätzt die Qualität und Frische der Erzeugnisse, die Sicherheit der Bio-Erzeugung und die Zuverlässigkeit des Unternehmens hinsichtlich Liefermengen und Verfügbarkeit.

Maximale Transparenz

Die Remlinger Rüben GmbH setzt auf maximale Transparenz: Die Lieferungen der einzelnen Betriebe werden getrennt gelagert, von professionellem Personal sortiert und abgepackt. Damit sind die Produkte für den Endkunden bis zum Erzeugerbetrieb transparent und zurück verfolgbar. Über die Aktion „Bio-mit-Gesicht“ wissen die Verbraucher, wo ihr Essen herkommt.

Arbeitgeber in der Region

Die Schaffung von 22 Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen, ländlichen Gegend verdeutlicht auch den wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Regionalentwicklung.

Ökologisch rundherum

Die Stromversorgung erfolgt zu 100 % aus selbsterzeugtem Photovoltaikstrom. Als Prozesswasser wird fast ausschließlich Regenwasser genutzt. Verwertbare Absortierungen gehen in Futter-Mist-Kooperationen, nicht direkt verwertbares über die betriebseigene Kompostierung zurück in den Betriebskreislauf.

Video

Anlässlich der Verleihung des Bundespreises Ökologischer Landbau 2017 hat das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung ein Video über die Remlinger Rüben veröffentlicht.

 

Zum Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau

Der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausgerichtete Wettbewerb würdigt seit 2001 alljährlich auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin Bio-Betriebe oder Betriebskooperationen, die durch besondere Innovationskraft und Unternehmergeist hervorstechen, die neuartige Ideen erfolgreich in die Tat umgesetzt haben und damit andere Betriebe aus der ökologischen wie auch aus der konventionellen Landwirtschaft zum Nachmachen animieren. Die Sieger werden für ihren Mut, ihre Innovationskraft verbunden mit einem besonderen Unternehmergeist ausgewählt. In diesem Jahr haben sich insgesamt 31 Betriebe am Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau beteiligt. Der Bundeswettbewerb wird organisiert und ausgerichtet von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

 

Zu Bioland

Bioland ist der bedeutendste Verband für ökologischen Landbau in Deutschland. Über 6.800 Landwirte, Gärtner, Imker und Winzer wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien. Hinzu kommen mehr als 1.000 Partner aus Herstellung und Handel wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien und Gastronomie. Gemeinsam bilden sie eine Wertegemeinschaft zum Wohl von Mensch und Umwelt.

Seit mehr als 45 Jahren entwickeln die Bioland-Mitglieder mit ihrem Verband eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Alternative zur intensiven, von Industrie und Fremdkapital abhängigen Landwirtschaft. Ziel der täglichen Arbeit der Bäuerinnen und Bauern ist die nachhaltige Erzeugung hochwertiger und gesunder Lebensmittel. Wirtschaften im Einklang mit der Natur, Förderung der Artenvielfalt  sowie aktiver Klima- und Umweltschutz sichern unsere Lebensgrundlagen und erhalten eine vielfältige Kulturlandschaft. Denn Biolandbau heißt: An die Zukunft denken.